NZZ Digest

Artikelübersicht & Leseempfehlungen
Montag, 16. März 2026 · Neue Zürcher Zeitung · 24 Seiten
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Montag, 16. März 2026

Neue Zürcher Zeitung · 24 Seiten
Iran-Krieg (Titelseite & Seiten 2–4)

Trump fordert Marine-Eskorten für Strasse von Hormuz

Rewert Hoffer
Trump ruft Verbündete und China auf, Kriegsschiffe in die Meerenge zu schicken. Nur 6–7 Schiffe pro Tag statt 150. Asiatische Alliierte zögerlich, EU berät über Ausweitung der «Aspides»-Mission. Insel Kharg bombardiert, Ölanlagen verschont. Kein Kriegsende in Sicht.

Im Kampf gegen Amerika finden sie ihre Erfüllung

Ulrich von Schwerin
Märtyrerkult und Antiimperialismus prägen die iranischen Revolutionswächter. Gegründet 1979 als Miliz, gewachsen zur Parallelarmee mit eigenem Wirtschaftsimperium. Nach Khameneis Tod bleibt oberstes Ziel der Erhalt des Regimes.

Schwarzer Regen über Teheran

Anne Allmeling, Jasmine Jacot-Descombes
Zerstörung von Öllagern trifft Bewohner der Hauptstadt. Völkerrechtlich umstrittene Angriffe auf zivile Infrastruktur. Gesundheitsschäden durch giftigen Regen, Bewohner müssen die Stadt verlassen.

Pete Hegseth demonstriert gnadenlose Härte

Niklaus Nuspliger
Trumps Kriegsminister setzt auf martialische Rhetorik. «Keine Gnade» als Motto, Bibelzitate und Kreuzzugs-Tattoos. Mix aus Patriotismus, Männlichkeit und christlichem Nationalismus. Propagandavideos mit Hollywood-Ausschnitten.

Washington sucht eine Antwort auf Teherans Shahed-Drohnen

Julia Monn, Anja Lemcke
Die «Lucas»-Drohne soll massenhaft produziert werden. Nachbau der iranischen Shahed-136. Programm «Drone Dominance»: 200 000 Drohnen bis Ende 2027. Budget 1,1 Milliarden Dollar. Iran hat weiterhin die Nase vorn.

Der Persische Golf wird zum Inferno

Armin Arbeiter
Innert 48 Stunden sechs zivile Schiffe attackiert, darunter Hapag-Lloyd-Frachter. Über 2000 Schiffe im Golf festgesetzt. Seeminen-Gefahr. Einzige Waffe an Bord der Handelsschiffe: eine Axt.
International

Chinas Unternehmen fahren die Aktivitäten in Nahost herunter

Matthias Kamp
Tech-Firmen wie Alibaba und Tencent schicken Mitarbeiter in Dubai ins Home-Office. Hafen Jebel Ali kurzzeitig geschlossen. Chinas Exporte in den Nahen Osten zuletzt fast doppelt so stark gewachsen wie in den Rest der Welt.

80 000 Italiener reissen sich um EU-Jobs

Antonio Fumagalli
175 000 Bewerbungen für 1490 Plätze im EU-Concours. Fast die Hälfte aus Italien. Monatsgehalt 6100–6900 Euro. Deutschlands «Euphorum» will untervertretene Länder fördern.

Die Versorgungskrise in Kuba führt zu neuen Protesten

Thomas Milz
Erste Proteste seit 2021. Bevölkerung schlägt auf Kochtöpfe, Parteigebäude in Morón attackiert. Polizei schiesst auf unbewaffnete Demonstranten. 51 Gefangene sollen freigelassen werden. Vatikan als Vermittler.

Russische Killergruppe ist aufgeflogen

Andreas Rüesch
USA decken Mordkomplott gegen tschetschenische Dissidenten auf. FSB-Agent in Kolumbien verhaftet. Geheimdienstgruppe «Zentrum 795» enttarnt. Killer googelte Tatwaffen und nutzte Google Translate — Amerikaner lasen alles mit.

Kasachstans neue Verfassung stärkt die Macht des Präsidenten

Markus Ackeret
Referendum über grundlegend erneuerte Verfassung. Offiziell Stärkung des Parlaments, de facto Stärkung des Präsidenten. Neues Vizepräsidentenamt. Kritiker sehen Schritt von imitierter Demokratie zum Autoritärismus. Parallelen zu Russland.

Chinas heimliche Hauptstadt der gleichgeschlechtlichen Liebe

Katrin Büchenbacher
Chengdu als Zufluchtsort für Chinas LGBT-Gemeinschaft. Queere Bars, Drag-Shows und feministische Lesezirkel — aber kein rechtlicher Schutz. Staat bleibt zutiefst konservativ. Pride-Umzug undenkbar.
Schweiz

«Wir wären nicht mehr frei» – «Du betreibst politische Archäologie»

Fabian Schäfer, Tobias Gafafer
Streitgespräch Blocher vs. Couchepin über die neuen EU-Verträge. Blocher: «Unterwerfungsvertrag». Couchepin: «rationaler, souveräner Akt». Zuwanderung, Kohäsionszahlungen, Ständemehr — in alter Schärfe und frostiger Stimmung.

Nesté produziert weiter in Iran

Thomas Schlittler
Lebensmittelkonzern sieht sich als Versorger der Zivilbevölkerung. Babynahrung und Kaffee trotz Sanktionen. Ex-CEO Brabeck: «In der DNA des Unternehmens verankert.»

Autobahnen ohne Autos – Ölkrisen machen die Schweiz erfinderisch

Erich Aschwanden
Rückblick auf autofreie Sonntage 1956 und 1973. Campieren auf Nationalstrassen, Velofahrer auf der Autobahn. Initiativen für regelmässige Fahrverbote scheiterten stets an der Urne.

Der Bundesrat stuft den Konflikt als Krieg ein

Christin Severin
Neutralitätsrecht greift: Waffenexporte und Militärüberflüge der USA müssen geprüft werden. USA zweitwichtigster Abnehmer der Schweizer Rüstungsindustrie. Luftwaffe patrouilliert mit Kampfjets.
Zürich und Region

Lernen und schummeln mit künstlicher Intelligenz

Giorgio Scherrer
Maturandinnen und Maturanden berichten über ChatGPT im Schulalltag. Prüfungen per Smartphone gelöst, Zusammenfassungen delegiert. Lehrer generieren KI-Aufgaben, Schüler lösen sie mit KI. «Theater: Fragen und Antworten kommen von der KI.»

«Die Stadt behandelt uns wie kleine Kinder»

Daniel Fritzsche (Interview mit Urs Rauber)
Quartiervereinspräsident Wiedikon kritisiert Subventionsvereinbarungen als Knebelvertrag. Mikromanagement und Sanktionsandrohungen. Altstetten hat den Vertrag bereits abgelehnt.

Nur noch Niederflurtrams unterwegs

Isabel Heusser
VBZ verabschieden letzte Hochflurtrams. Rollstuhlsymbol an Haltestellen verschwindet. Meilenstein für die Hindernisfreiheit.

Die EVP scheitert an der 5-Prozent-Hürde

Dennis Hoffmeyer
Nachzählung im Kreis 12 bestätigt das Wahlergebnis. 28 Stimmen gaben den Ausschlag. Nur minimale Übertragungsfehler gefunden.

Tempo 30 an der Lagerstrasse zu früh markiert

Isabel Heusser
Peinliches Missverständnis: Signalisation wurde ohne Regierungsratsbeschluss angebracht. Markierungen werden entfernt.

Mini-Türme als Lösung für das Wohnproblem

Marius Huber
Studie aus Mendrisio: 800 Wohntürme (9 Stockwerke, Holzbau) könnten Platz für 100 000 Menschen schaffen. 142 000 Arbeitsstunden investiert. Ausstellung im ZAZ bis Ende Juni.

Strafe für Messerstecher von Ustermer Zeughaus-Party gemildert

Tom Felber
Obergericht senkt Freiheitsstrafe von elf auf acht Jahre wegen Notwehrexzess. 28-Jähriger verblutete nach acht Messerstichen. Letzte Worte: «Das isch es gsii, min Schatz.»
Sport

Setzt Marco Odermatt alles auf eine Karte?

Remo Geisser
Drei Kristallkugeln bereits gesichert. Showdown im Riesenslalom gegen Braathen am 24. März. Option: Speed-Rennen am Finale auslassen und eine Woche gezielt trainieren. Wäre erster Athlet mit dreimal vier Kugeln in Serie.

Der FC Zürich sucht seinen Weg in die Zukunft

Stephan Ramming
1:2 gegen Sitten, vierte Niederlage in Serie, Meisterrunde definitiv verpasst. 20 Gegentore nach der 80. Minute. Fast vierzig Spieler eingesetzt. Anleihe über 4 Millionen Franken, neuer CEO ab April. Übernahme vorbereitet.

«Der Normalschläfer kann problemlos ins Gym, duschen und gut schlafen»

Stephan Ramming (Interview mit Daniel Erlacher)
Schlafforscher der Uni Bern über Sport und Schlaf. Sportliche Aktivität verkürzt Einschlafzeit. Vier Stunden Puffer bei Schlafproblemen. Warnung vor Mittagsschlaf und Schlafmitteln. Koffein im Eishockey problematisch.
Panorama

2000 durchnässte Bücher im Gefrierfach getrocknet

Renato Schatz
Wasserschaden in der Universitätsbibliothek Basel. Defektes Ventil, Wasser durch drei Stockwerke. 3000 Bücher beschädigt, 2000 bei minus 25 Grad eingefroren. Trocknung durch Sublimation. 7,5 Millionen Bücher im Bestand.

Haben die Behörden bei einer Vergewaltigung weggeschaut?

Eric Matt
16-Jährige soll in Berliner Jugendzentrum von arabischstämmigen Tätern missbraucht worden sein. Jugendamt wusste seit Januar — und handelte nicht. Verdacht: Vertuschung aus «falsch verstandener kultureller Toleranz».

Bootsunglück vor den Seychellen

Lia Pescatore / DPA
Zwei Schweizer nach Untergang der «Galatea» vermisst. Schiff sank vor der Insel Marie Louise. Sieben Schweizer Passagiere an Bord, eine Person gerettet und im Spital.
Meinung & Debatte

Die menschenverachtende Hybris der Schöpfer

Stephanie Lahrtz
Kommentar zu Fortpflanzungsmedizin. Genmanipulation von Embryonen birgt enorme Risiken — alle trägt das Kind. Künstliche Keimzellen als Dammbruch. Tech-Milliardäre als Treiber einer «neuen Religion». «Wir sollten Nein sagen.»

Digitale Souveränität braucht Infrastruktur

Christoph Ebell (Gastkommentar)
Souveränität im KI-Zeitalter entscheidet sich an Rechenleistung, Energie und Lieferketten — nicht an Regulierung. Europas Abhängigkeit bei Halbleitern. Swiss Government Cloud als richtiger Ansatz.

Der erschöpfte Traum vom Pazifismus

Florian Coulmas (Gastkommentar)
Japan rüstet zur fünftstärksten Militärmacht auf trotz Artikel 9 der Verfassung. Ministerpräsidentin Takaichi lockert Waffenexport-Restriktionen, erwägt Lagerung von Atomwaffen. Hiroshima und Nagasaki protestieren.

Leserbriefe: Gymiprüfung, Heiratsstrafe, F-35, Bildungspolitik

Diverse
Prüfung schützt vor Willkür (Hafner). Individualbesteuerung hat Nachteile (Haller). Reduktion der F-35-Beschaffung gefährdet Sicherheit (Hulliger). Stellenwert der Bildungspolitik bei der Linken gesunken (Stark).
Wirtschaft

Der Iran-Krieg fordert die Nationalbank heraus

Thomas Fuster
Zinsentscheid am Donnerstag: SNB dürfte bei 0% bleiben. Ölpreis-Inflation (+0,3 Pp.) und Franken-Aufwertung (−0,35 Pp.) heben sich gegenseitig auf. Verbale Intervention bereits erfolgt. Devisenkauf-Aktivität unklar.

Kein Tankrabatt, dafür Überprüfung des Fracking-Verbots

Jannik Belser
Berater der deutschen Wirtschaftsministerin: Keine Preisbremsen, dafür Fracking prüfen, LNG-Langfristverträge, Emissionshandel stärken. Europa könnte Alternative für KI-Investoren werden.

Startups revolutionieren den Fussball

Eric Matt
Icon League, Baller League und Kings League: Kleinfeld-Ligen mit Influencern, Show und kurzen Spielzeiten. Alle drei profitabel. Icon League mit dreistelliger Millionenbewertung. Klopp, Berlusconi, Kroos investieren. «Generation Alpha» will Entertainment statt 90 Minuten Taktik.

Leseempfehlungen

«Wir wären nicht mehr frei» – «Du betreibst politische Archäologie»

Fabian Schäfer, Tobias Gafafer
Historisches Duell zweier Alt-Bundesräte über die Zukunft der Schweiz in Europa
Im Berner «Bellevue Palace» treffen Christoph Blocher und Pascal Couchepin aufeinander — zwei politische Silberrücken, die sich seit zwanzig Jahren nichts schenken. Blocher nennt das neue EU-Vertragspaket einen «Unterwerfungsvertrag» und einen «Kolonialvertrag». Couchepin kontert: «Das ist lächerlich» — und legt zum Beweis einen echten Kolonialvertrag (Frankreich-Marokko) auf den Tisch. Der Schlagabtausch ist präzise und saftig. Blocher warnt vor unkontrollierter Zuwanderung und dem Verlust der Souveränität, Couchepin vor einer «grotesken Bürokratie» durch SVP-Kontingente und vergleicht diese mit Chinas Ein-Kind-Politik. Mehrmals droht Couchepin, das Gespräch zu verlassen. Erst bei einem Walliser Weisswein im «Bellevue» bessert sich die Stimmung. Ein brillant inszeniertes Streitgespräch zur richtigen Zeit: Am Freitag hat der Bundesrat die Botschaft zu den neuen Abkommen ans Parlament überwiesen.

Im Kampf gegen Amerika finden sie ihre Erfüllung

Ulrich von Schwerin
Unverzichtbarer Hintergrund zum Verständnis der iranischen Kriegsführung
Von Schwerin erklärt, warum die Revolutionswächter den Konflikt mit den USA nicht fürchten, sondern als ihre Daseinsberechtigung verstehen. Gegründet 1979 als Miliz zum Schutz der Islamischen Revolution, wuchsen die Pasdaran im Iran-Irak-Krieg zur Massenbewegung. Hunderttausende Freiwillige schlossen sich an, die Basij-Miliz schickte teils minderjährige Fanatiker über Minenfelder. Nach Kriegsende expandierten die Pasdaran in die Wirtschaft und bauten ein Firmenimperium auf, das fast alle Bereiche der iranischen Ökonomie umfasst. Dissident Mohsen Sazegara beschreibt sie als Mischung aus «Kommunistischer Partei, KGB, Wirtschaftskonzern und Mafia». Der Artikel zeigt, warum nach Khameneis Tod die Pasdaran alle Vorsicht abgelegt haben — und warum der Erhalt des Regimes für sie wichtiger ist als jede Ideologie.

Russische Killergruppe ist aufgeflogen

Andreas Rüesch
Spannend wie ein Krimi — und ein Beleg für die Schlamperei des FSB
Ein serbischer Auftragskiller googelt «Glock 21 Podgorica» und übersetzt seine Mordaufträge per Google Translate — das FBI liest alles mit. Rüesch rekonstruiert minutiös, wie US-Ermittler ein FSB-Mordkomplott gegen tschetschenische Dissidenten auffliegen liessen. Der Agent Denis Alimow übergab in einem Moskauer Restaurant 60 000 Dollar und versprach 1,5 Millionen pro Auftrag. Der Killer fotografierte die Geldbündel und schickte die Bilder per E-Mail. Nach der Verhaftung des Killers in den USA reiste Alimow trotzdem mit falschem Pass nach Kolumbien — wo er prompt festgenommen wurde. Das Exilmagazin «The Insider» enthüllte daraufhin eine ganze Geheimdiensteinheit namens «Zentrum 795», direkt dem Generalstabschef unterstellt. Ein weiterer Rückschlag für das russische Agentennetz — verursacht durch die eigene Fahrlässigkeit.

Lernen und schummeln mit künstlicher Intelligenz

Giorgio Scherrer
Die ehrlichste Bestandsaufnahme der KI-Revolution an Schweizer Schulen
Sechs Maturanden des Realgymnasiums Rämibühl in Zürich erzählen ungeschminkt, wie ChatGPT ihren Schulalltag verändert hat. Eine Schülerin fotografierte in der Prüfung die Aufgaben und liess sie vom Chatbot lösen. Wenn Lehrer Handys einsammeln, bringt man ein zweites mit. Das verräterische deutsche «ß» wird wegprogrammiert, gezielt Fehler eingebaut. Doch das Bild ist differenzierter: Ein Schüler versteht sein Wirtschaftsfach überhaupt erst dank ChatGPT, das ihm das Dossier des Lehrers einfacher erklärt. Lehrer generieren ihrerseits KI-Aufgaben, Schüler lösen sie mit KI — alle lesen dieselbe Antwort vor. «Theater», beschreibt der Autor. Die jüngere Schwester einer Schülerin hat noch nie eigenhändig eine Zusammenfassung geschrieben. Am Ende die Abstimmung: Macht KI dümmer? Klüger? Die Mehrheit streckt nicht auf. Sie haben sich noch nicht entschieden.

Der Persische Golf wird zum Inferno

Armin Arbeiter
Konkret: Wie der Krieg den Welthandel lahmlegt
Ein unbemanntes Schnellboot rammt den Tanker «Safesea Vishnu», ein Feuerball verschluckt das Schiff, «Allahu akbar»-Rufe der Filmenden. Arbeiter rekonstruiert die Eskalation im Persischen Golf: Sechs zivile Schiffe innert 48 Stunden attackiert, über 2000 Handelsschiffe festgesetzt, 30 davon deutsch. Die einzige Waffe an Bord: eine Axt. Hapag-Lloyd-Sprecher Haupt erklärt nüchtern, dass man «den Teufel tun» werde, die Engstelle bei Hormuz ohne Sicherheitsgarantie zu passieren. Die Treibstoffkosten allein verursachen Mehrkosten im hohen dreistelligen Millionenbereich. Der Artikel zeigt, warum selbst Eskorten das Problem nicht lösen: Seeminen, Schnellboote und Drohnen erfordern die Sicherung von 2500 Kilometer iranischer Küste — dafür bräuchte es Bodentruppen, zu denen die G-7 nicht bereit sind.

Die menschenverachtende Hybris der Schöpfer

Stephanie Lahrtz
Ethische Grenzfragen der Reproduktionsmedizin — präzise und unbequem
Lahrtz zerstört systematisch die Versprechen der Fortpflanzungsmedizin. Gentechnische Veränderung von Embryonen? Aus Tierversuchen bekannt, dass die Eingriffe meist körperliche und geistige Beeinträchtigungen verursachen. Pränatale Gentests auf Intelligenz? Eigenschaften wie Musikalität oder mathematische Fähigkeiten sind genetisch noch gar nicht bestimmbar. Künstliche Keimzellen aus Hautzellen? Funktioniert bei Mäusen, enthält aber oft genetische Defekte. Und das Szenario wird noch dystopischer: Theoretisch könnte man Zellen von einem Trinkglas nehmen und ohne Wissen der Person ein Kind zeugen. Das Krankheitsargument der Forscher entlarvt Lahrtz als vorgeschoben — die Präimplantationsdiagnostik leistet das bereits. Die wahren Treiber: milliardenschwere Tech-Unternehmer mit einer «neuen Religion», die glaubt, spezielle Menschen erschaffen zu müssen, um die Probleme der Welt zu lösen. Krank geborene Kinder gelten dabei als «akzeptable Produktionsfehler».